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Mangulie
Therapie Global Aphasie ohne Bildunterstützung

Geschrieben: 14.11.2011 - 16:56

Liebe Eva,

Deine letzten Tipps im Bereich kindliches Stottern waren wirklich super. Auch meine LeLo war hellauf begeistert. Sie meinte nur, es waren etwas viel Stationen auf mal - weniger ist mehr.

Heute wende ich mich an Dich zum Thema Global Aphasie. Mein Patient ist 80 Jahre, sitzt im Rollstuhl, hat einen Neglect und eine starke Seheinschränkung auf dem rechten Auge. Je nach Tagesform produziert er Zwei-Wort-Sätze und selten auch mal kurze einfache SPO-Sätze.

Seit drei Therapiestunden mache ich jetzt MODAK mit ihm. Nun sagte mir seine Frau, er könne die Bilder schlecht erkennen und er habe auch keine Lust die Bilder immer anzuschauen. Auch die Bildgeschichten vom Herrn Jakob haben ihn nicht interessiert. Er möchte keine bildgestützte Therapie.

Nun plane ich, die Bildgeschichten in ganz kurze Vorlesegeschichten umzuschreiben mit ganz kurzen SPO-Sätzen und hochfrequenten Wörtern. Zu diesen Geschichten könnte ich dann Fragen stellen nach Ort des Geschehens, Akteur , Ereignis und diese Fragen so formulieren, dass er auch mit Ein-Wort- oder Zwei-Wort-Sätzen antworten kann. Dann kann ich noch ein Wort aus der Geschichte herausziehen und legen und schreiben lassen. Meist bieten diese Geschichten auch Stoff für einen Dialog. Nur was mache ich, wenn dieser Plan nicht klappt, weil er die Geschichte nicht versteht?

Hast Du eine Idee für eine Alternative?

Liebe Grüße
Manguli
eva
Beiträge: 225
Re: Therapie Global Aphasie ohne Bildunterstützung

Geschrieben: 16.11.2011 - 22:56

Hallo!

Schön, wenn dir meine Ideen weiterhelfen konnten.
Hmmmm - dein Patient macht es dir ja nicht leicht, weil so vieles eben auf Bildern aufbaut.
Kannst du die Bilder vielleicht riiieeesig kopieren und als Zeitungsseiten verwenden? Vielleicht fällt es ihm leichter, wenn sie Postergröße haben?
Ansonsten fällt mir auch MIT ein. Da kann man sich ja "normal" unterhalten - nur eben, dass man "singt". Wenn er kurze Sätze schafft wär das vielleicht auch möglich mit ihm.

Ansonsten: frag ihn! Wodurch fühlt er sich am meisten eingeschränkt? Was möchte er erreichen? Wie könnte er sich vorstellen, dahin zu kommen? (Biete ihm verschiedene Wege an - er soll wählen). Er muss ja mitmachen, damit es was bringt. Deshalb finde ich es wichtig, dass die Patienten ein "Mitspracherecht" haben, was das Wie angeht.

Bin gespannt, welchen Weg ihr findet für euch.
Liebe Grüße,
Eva
Die Hummel hat eine Flügelfläche von 0,7cm2 bei einem Gewicht von 1,2g. Nach den bekannten Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel weiß das aber nicht, und fliegt einfach.
Christine
Re: Therapie Global Aphasie ohne Bildunterstützung

Geschrieben: 03.02.2012 - 08:58

Nimm Realgegenstände und lass ihn diese ertasten und erfühlen, - ich hatte eine blinde, bettlägerige Patientin mit globaler Aphasie und wir sind auf diese Weise am Ende sogar zu einem leckeren Kuchenrezeot gekommen, den sie immer gebacken hat. . Wir haben sehr viel über diesen Kanal gearbeitet. Aus dem Ertasten von z. B. einem Ball oder einer Banane haben sich dann auch Alternativfragen stellen oder kurze Sätze aufbauen lassen. Man wird im Tun kreativ, versuchs mal
Nicole
Beiträge: 66
Re: Re: Therapie Global Aphasie ohne Bildunterstützung

Geschrieben: 03.02.2012 - 14:35

Tasten find ich ne total gute Idee!
Da ist er dann noch mehr "mit allen Sinnen dabei" als bei Bildern oder sonst irgendwas. Das hält die Motivation vielleicht höher.
Muss ich mir für meine Arbeit merken. Danke für die Idee, Christine.
Grüße, Nicole
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